Wasser knapp im Rheinland?


Pressemitteilung zur WDR Berichterstattung am 25.05.2025: Heiße Temperaturen: Jülich ruft zum Wassersparen auf (https://www1.wdr.de/nrw/aachen-eifel/kreis-dueren/trinkwasser-knapp-juelich-100.html)


Alarmstufe rot! Trinkwasser in Jülich wird knapp. In Jülich und andernorts im Rheinischen Revier zeigt sich diese Wasserkrise als direkte Folge des Braunkohletagebaus.


Jülich, 26. Mai 2026


Seit Jahrzehnten werden im Rheinischen Revier gigantische Mengen Grundwasser abgepumpt, um die Tagebaue trocken zu halten. Dadurch wurden natürliche Grundwasserleiter aus dem Gleichgewicht gebracht, Feuchtgebiete geschädigt und regionale Wasserhaushalte dauerhaft verändert. Nun sollen die riesigen Tagebaulöcher geflutet werden – ein Prozess, der über Jahrzehnte enorme Wassermengen binden wird.

„Die Braunkohle hat nicht nur Landschaften zerstört, sondern auch die natürlichen Wasserspeicher der Region massiv geschädigt“, erklärt Timo Luthmann vom Wasserbündnis Rheinisches Revier. „Jetzt erleben wir die Konsequenzen: sinkende Wasserverfügbarkeit, belastete Grundwasserströme und eine zunehmende Konkurrenz um Trinkwasser.“


Wasserschützer warnen, dass die Flutung der Tagebaue nicht nur Wasser aus Rhein und Rur dem regionalen Wassersystem entzieht, sondern auch Auswirkungen auf bestehende Trinkwasserbrunnen haben wird. Veränderungen der Grundwasserströmungen, Belastungen durch Sulfate und andere Stoffe sowie sinkende Wasserstände werden dazu führen, dass weitere Brunnen geschlossen werden müssen.


„Während Politik und Konzerne von Strukturwandel sprechen, wird die Wasserfrage verdrängt“, kritisiert Timo Luthmann. „Doch ohne sicheres Trinkwasser gibt es keine lebenswerte Zukunft im Revier.“


Wir fordern deshalb:
– einen sofortigen unabhängigen Wasserstresstest für das gesamte Rheinische Revier,


– vollständige Transparenz bezüglich der Auswirkungen der Tagebauflutung auf
Trinkwasserressourcen,


– Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung vor industriellen Großverbrauchern, wie z.B. der geplanten Rechenzentren,


– einen Ausbau dezentraler Wasserschutzmaßnahmen und Renaturierung zerstörter Landschaften,


– sowie eine langfristige demokratische Kontrolle über die Wasserressourcen der Region.


„Wasser ist keine unerschöpfliche Ressource“ sagt Maria Arians-Kronenberg vom Wasserbündnis. „Die Klimakrise verschärft Dürren und Hitzewellen – und die Altlasten der Braunkohle verschärfen die Situation zusätzlich. Die Menschen im Rheinischen Revier dürfen nicht die Zeche für jahrzehntelange Fehlentscheidungen zahlen.“


Das Wasserbündnis kündigt an, den öffentlichen Druck in den kommenden Monaten zu erhöhen. So wird vom 28.08.-30.08.2026 in der Nähe der Entnahmestelle für die Rheinwassertransportleitung ein „Rheincamp“ stattfinden, welches mit Bildung, Workshops und öffentlichen Aktionen das Thema Wasser in den Mittelpunkt rücken wird.


Kontakt:
Wasserbündnis Rheinisches Revier
Maria Arians-Kronenberg

Maria Arians-Kronenberg

unser-wasser-rheinland@systemli.org


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