Braunkohle lässt sich nur abbauen, wenn die Grube trocken ist. Deshalb muss das Grundwasser mit Hilfe von einigen hundert „Sümpfungsbrunnen“ abgepumpt werden. Dadurch entsteht der sog. „Sümpfungstrichter, in dessen Bereich das Grundwasser in weitem Umfeld um den Tagebau herum abgesenkt wird und dieser Bereich übertrifft die Abbaufläche um ein Vielfaches.

Auswirkungen der Grundwasserabsenkung ohne Wiederversickerung

- Beeinträchtigung baulicher Anlagen durch Bergsenkungen
- Anpassungsnotwendigkeiten für die Wasserwirtschaft
- Gefährdung der Feuchtgebiete, da es sich um grundwasserabhängige Lebensräume handelt.
Grundwasserzuführung über Versickerungsanlagen

Die unter Schutz stehenden Feuchtgebiete von Schwalm, Nette und Niers müssen mit Wasser versorgt werden, da der Grundwasserkontakt nicht abreißen darf. Dies geschieht, indem RWE als Verursacher des Wasserentzugs verpflichtet ist, durch Grundwasserzuführung, das andernorts als Sümpfungswasser entzogene Grundwasser über mehr als 250 Versickerungsbrunnen wieder rückzuführen.

Versickerungsbrunnen im Meinweg-Gebiet
Wer aufmerksam in der Landschaft unterwegs ist, sieht sie z.B. wie im Bild im Wald, auf Feldern oder entlang der Straßen. Zumeist befinden sie sich etwa ein bis zwei Kilometer außerhalb der Feuchtgebiete. Sie leiten Wasser in den unter der Deckschicht liegenden kiesigen Untergrund. Dort fließt das Wasser mit dem natürlichen Gefälle den Feuchtgebieten zu.
Info: Naturpark Schwalm-Nette: https://www.npsn.de/tagebau-folgen
Die Feuchtgebiete nach Beendigung des Braunkohleabbaus
Nach Beendigung des Braunkohleabbaus sollen die Feuchtgebiete genau wie die geplanten Tagebauseen mit Rheinwasser versorgt werden, bis die Seen voll sind und der Grundwasserspiegel wieder angestiegen ist. Dieses Wasser soll durch die geplante und teilweise schon im Bau befindliche Rheinwassertransportleitung von Dormagen aus herangeführt werden. (Siehe auch unseren Flyer zum Thema) Die Planung besagt, dass dort bis zu 18m3 / sec Wasser dem Rhein entnommen werden – und nach Garzweiler, Hambach und die Feuchtgebiete geleitet werden soll.
Das Rheinwasser wird an einer Stelle entnommen, die für die Entnahme äußerst ungeeignet ist, liegt sie doch nur wenige hundert Meter vom Chempark Dormagen am Prallhang. Auf diese Weise, hat das Abwasser aus dem Chempark die größten Chancen, zu der ohnehin schon großen Schadstofffracht des Rheins in die Leitung gepumpt zu werden. Laut der Correctiv-Recherche vom Februar 2026 befinden sich zusätzlich zu den bekannten Stoffen die der Rhein mit sich führt, über 30.000 unbekannte Stoffe im Rhein.
Bisher ist die Einleitung des Rheinwassers in die Tagebauseen ungereinigt vorgesehen, da das Wasser den gesetzlichen Vorgaben entspricht, das Wasser für die Feuchtgebiete soll einer Reinigung unterzogen werden, wobei bisher keine Aussagen darüber gemacht werden, wie diese Reinigung aussehen wird. Sicher aber ist: es werden nicht alle Schadstoffe entzogen werden können, sondern nur Teile.
Daher ist zu befürchten, dass alle Ewigkeitschemikalien (wie z.B. die vielgenannten PFAS), Mikrostoffe, Medikamentenreste, wie wir sie im Rhein finden, sowohl durch die Rheinwasserzuleitung als auch durch das wieder ansteigende Grundwasser in das später dann Seewasser hineinsickert und sich verteilt, in unseren Narurschutzgebieten landen wird und zu einer ernsthaften Gefährdung der dortigen Flora und Fauna beitragen wird. (Es ist auch zu bedenken, dass in den Gruben selbst schon ein Cocktail aus Stoffen, die nicht in einen See gehören, wartet.) ……….
Wenn, ja wenn,
der Grundwasseranstieg überhaupt ausreichen wird. Momentan sieht es so aus, dass der Seespiegel des Garzweiler Sees bei 66m ü NHN liegen wird. In dem Fall würde die Höhe nicht ausreichen, um das Schwalm/Nette-Gebiet zu erreichen. Die Grundwasseranschluss wäre nicht mehr gewährleistet. So wird es dann auch dem Oberlauf der Niers ergehen. Die Folge wäre dann Verlust dieser unbedingt erhaltenswerten Feuchtgebiete durch Austrocknung.
ViSdP: Maria Arians-Kronenberg
