Wasser, indigene Rechte und politische Entwicklung in Chile
Performance, Präsentation und Diskussion; am 30.01.2026 in Kunsthaus Rhenania Köln
Wasser ist Leben.
Eine einfache Message, die an diesem Abend nochmal den Anwesenden sehr deutlich wurde. Wasser ist nicht nur etwas zu trinken. Es ist eine Energieressource in mehrfachem Sinn – Lebensgrundlage, Verbindung zur Natur, Quelle von Spiritualität und kultureller Identität.

Umweltschutz ist nicht nur die Erhaltung des physischen Ökosystems…
Zunächst zeigt Jorge Hidalgo, ein indigener Künstler aus Kolumbien, eine eindringliche Live-Performance, die von Filmaufnahmen an seinem Lebens- und Arbeitsort Münster begleitet war. Sein Körper, Wasser und verschiedene Requisiten – vom Kunstkatalog bis zur Quietscheente – ergänzten, kommentierten und kontrastierten sich in einem kaleidoskopischen Reigen, der in der angedeuteten Penetration eines Globus (Wasserball) einen denkwürdigen Höhepunkt fand. Hatte Charlie Chaplins Tanz mit der Weltkugel noch etwas Spielerisches, Anmutiges, möglicherweise Harmloses an sich, so entlarvte Hidalgo anschaulich die anhaltende, brutale Vergewaltigung der Erde. Fuck Earth ! Nach uns die Sintflut.

Und das bedeutet freie Flüsse sind freie Gewässer…
Juan Mora Cid brachte eine Vorschau seines demnächst erscheinenden Films „Aguas muertas“ mit. Er erläuterte, wie er damit als Außenstehender die Situation der indigenen Mapuche und ihren Protest in Chile zu begreifen und den Menschen näher zu bringen versucht.
Kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag von Alex Mora
Der Leiter der GfbV-Regionalgruppe Köln Alex Mora berichtete schließlich über den praktischen und spirituellen Wert der Orte des Wassers im Land der Mapuche. Technologische Großprojekte und vermeintlich regenerative Maßnahmen zur Energiegewinnung wie z.B. zahlreiche Staudämme reißen große Wunden in die Lebensgrundlage der Indigenen. Ihr Recht auf freie, vorherige und informierte Konsultation gem. der ILO-Konvention 169 wird missachtet und ihr legitime Widerstand kriminalisiert. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Machis zu – traditionellen spirituellen Heiler*innen, die als Führungspersönlichkeiten ins Visier chilenischer Anti-Terror-Justiz geraten. Profiteure des staatlichen Handelns sind Großgrundbesitzer und Konzerne. Kolonialismus und Kapital stehen dem Ringen der Mapuche für die Zukunft ihrer und unserer Kinder entgegen.

Videobeitrag von Juan Mora Cid zum Kampf der Mapuche in Chile

