Flüsse sichern unser Leben. Sie liefern Trinkwasser, regulieren das Klima, verbinden Landschaften, tragen Kulturen und sind Lebensräume für unzählige Arten. Doch weltweit sind Flüsse stärker bedroht als je zuvor: durch Verschmutzung, Übernutzung, Staudämme, technische Großprojekte und die Folgen der Klimakrise.
Auch im Rheinland zeigt sich diese Entwicklung deutlich. Rhein, Erft, Niers, Schwalm und viele kleinere Bäche sind seit Jahrzehnten Teil eines hochgradig künstlichen Wassersystems. Braunkohleabbau, Grundwasserabsenkung und industrielle Nutzung haben natürliche Flusslandschaften verdrängt und durch technische Steuerung ersetzt.
Der Internationale Tag der Flüsse erinnert daran: Gesunde, frei fließende Flüsse und der Zugang zu sauberem Wasser sind grundlegende Menschenrechte. Wasser ist kein Rohstoff für kurzfristige Industrieinteressen, sondern Gemeingut und Lebensgrundlage.
Gerade im Rheinischen Revier stehen wir heute an einem Wendepunkt. Mit dem Kohleausstieg bietet sich die historische Chance, Flüsse, Auen und Feuchtgebiete zu renaturieren statt neue wasserintensive Großprojekte zu zementieren, die alte Fehler fortschreiben. Große Renaturierungsprojekte wie der Erftumbau 2030 oder die Gillbachaue in Rommerskirchen sind Beispiele für die richtige Fließrichtung.
Unsere Flüsse, unsere Zukunft heißt für uns:
- Strukturwandel muss Wasser schützen, nicht weiter verbrauchen.
- Er muss natürlichen Prozessen wieder Raum geben.
- Und er muss die Menschen vor Ort ernsthaft in Entscheidungen einbeziehen.
Die Zukunft unserer Flüsse entscheidet über die Zukunft unserer Region und über die Frage, ob wir lernen, mit Wasser zu leben statt es technisch zu beherrschen.
Mehr zum Weltaktionstag für Flüsse erfahrt ihr hier: https://www.internationalrivers.org/take-action/international-day-of-action-for-rivers/

