Baustart der Rheinwassertransportleitung – Ein Pressestatment von „Alle Dörfer Bleiben“ und dem Wasserbündnis Rheinisches Revier


Dormagen.

Gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur feiert der Kohlekonzern RWE den heutigen Spatenstisch zum Bau der Rheinwassertransportleitung. Von der Entnahmestelle in Dormagen soll Rheinwasser über eine 45 km lange Pipeline in die Tagebaue Garzweiler und Hambach geleitet werden, um diese in Seen zu verwandeln. Anwohnende befürchten chemische Belastungen der zukünftigen Seen und ihres Trinkwassers und halten die Pläne für unrealistisch.

„Die Versprechungen in den Hochglanzprospekten von RWE klingen natürlich verlockend. Wir machen uns jedoch große Sorgen, dass der Traum vom See zum Albtraum wird. Wer möchte denn schon gerne in der giftigen Gülle schwimmen, die mit Industrieabwässern aus dem Chemiepark angereichert ist?“, meint Antje Bußberg von Alle Dörfer bleiben mit Bezug auf die Tatsache, dass RWE das mit Ewigkeitschemikalien wie PFAS und Tausenden anderen Giftstoffen belastete Rheinwasser ohne jegliche chemische Filterung in die Tagebaue leiten will.

Der Bau des 75 Meter breiten und 45 km langen Rohrgrabens bedeutet einen massiven Eingriff in die Umwelt und beeinträchtigt auf seinem Weg unter anderem das europarechtlich geschützte FFH-Gebiet im Knechtstedener Wald. Entlang der Pipeline formieren sich daher Proteste von Interessengemeinschaften und Klimaschützern.

„Die Restlöcher zu fluten, ist für RWE schlichtweg die billigste Lösung – Alternativen wurden wie so oft nicht geprüft, und am liebsten würde der Kohlekonzern nicht einmal für die Entnahme des Rheinwassers bezahlen“, mahnt Timon Mario Aydin Turban vom Wasserbündnis. „Nachdem RWE gigantische Mengen des Tagebaubodens als Baustoff verkauft und damit die Gruben unnötig vergrößert hat, sollen die Folgekosten jetzt von den Steuerzahlern getragen werden. Das ist zutiefst ungerecht! Ganz zu schweigen von der Frage, ob es aufgrund der ungebremsten Klimakrise in ein paar Jahrzehnten überhaupt noch ausreichend Wasser für das Projekt geben wird.“

Laut aktuellen Planungen sollen pro Jahr etwa 340 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Rhein abgeleitet werden – wenn es nach dem Konzern geht, bis zur vollständigen Flutung der Seen mindestens 60 Jahre lang.

Zugleich entstehen massive Nutzungskonflikte um eine Ressource, die durch die Klimakrise ohnehin immer knapper wird. Der Rhein verzeichnet bereits heute regelmäßig Niedrigwasserperioden. RWEs gigantisches Projekt gefährdet darüber hinaus die Trinkwasserversorgung einer ganzen Region, denn das zurückkehrende Grundwasser bringt seine ganz eigene Schadstoffbelastung mit sich.

Eine ehrliche Neubewertung der Flutungskonzepte, eine konsequente Anwendung des Verursacherprinzips und die Öffnung für naturbasierte, wasserarme Alternativen sind überfällig. Andernfalls drohen aus den „Seen der Zukunft“ vor allem eines zu werden: teure, durstige und dauerhaft problematische Hinterlassenschaften der fossilen Vergangenheit.

Pressekontakte:

Wasserbündnis:

01520-9842826,

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www.wasserbuendnis.org


Alle Dörfer bleiben:

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www.alle-doerfer-bleiben.de

Quellen:

https://correctiv.org/aktuelles/kampf-um-wasser/2026/02/03/wie-die-industrie-den-rhein-mit-unbekannten-stoffen-verschmutzt/
https://correctiv.org/aktuelles/kampf-um-wasser/2026/02/13/chemiecocktail-aus-dem-rhein-koennte-in-bergbauseen-landen/
https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohle-und-umwelt/rheinwassertransportleitung/


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